25 Jahre Freie Werkschule
Zwei Tage Jubiläum zwischen Rückblick, Fernsehshow und großem Schulfest
Gleich zwei Tage lang feierte die Freie Werkschule Meißen ihr 25-jähriges Bestehen. Los ging es am Freitag, dem 28. August, im Theater Meißen. Rund 300 Gäste waren der Einladung gefolgt – das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Für den Festabend hatten sich die Verantwortlichen etwas Besonderes einfallen lassen. Statt einer klassischen Jubiläumsveranstaltung mit langen Reden und Ehrungen wurde die Geschichte der Schule als Fernsehshow inszeniert. Regie führte der Schauspieler und Regisseur Tom Quaas. Dabei durfte durchaus improvisiert werden. Vorstand Tino Alban wurde bei seiner Eröffnungsrede kurzerhand von Quaas unterbrochen und bekam vor laufendem Publikum Regieanweisungen. Auch die Schülerinnen und Schüler waren Teil der Inszenierung. Der Chor eröffnete mit „Ich bin doch keine Maschine“ von Tim Bendzko. Anschließend blickte ein Film von Michael Klarfeld auf die Geschichte der Freien Werkschule zurück. Eine Geschichte, die im Jahr 2001 begann. Damals startete die Schule mit einer ersten und einer fünften Klasse sowie dem Schulhort. Heute lernen an der Freien Werkschule rund 420 Schüler von Klasse eins bis dreizehn. Für einen sehr persönlichen Rückblick sorgte die „Blaue Couch“. Dort nahmen Menschen Platz, die die Schule von Anfang an begleitet haben. Mit dabei war Meißens ehemaliger Oberbürgermeister Olaf Raschke, der zur Gründungszeit Jugendamtsleiter des Landkreises Meißen war. Außerdem erinnerten sich Gründungsvater und langjähriger Vorstand Michael Bendin, Hortgründerin Claudia Salooja-Günz sowie Miriam Schneider, die 2001 selbst Schülerin der allerersten Klasse war, an die Anfangsjahre. Gefragt waren dabei weniger Jahreszahlen als vielmehr persönliche Erinnerungen, Geschichten und Anekdoten aus einem Vierteljahrhundert Freie Werkschule. Musikalisch wurde ebenfalls zurückgeblickt. Gerhard Schöne, der die Schule seit ihrer Gründung begleitet, war zwar nicht persönlich im Theater, sein zuvor aufgezeichneter Auftritt wurde jedoch gemeinsam mit dem Chor auf die Bühne gebracht. Und neben der Vergangenheit spielte auch die Zukunft eine Rolle. Stefan Weih, Schulleiter des Landesgymnasiums Sankt Afra, richtete den Blick nach vorn. Die Schülerinnen und Schüler der Werkschule präsentierten schließlich eine Zeitkapsel mit ihren Wünschen für die Zukunft ihrer Schule. Nach dem großen Festabend im Theater ging das Jubiläum am Sonnabend weiter. Diesmal wurde direkt an der Werkschule gefeiert – mit Livemusik, kulinarischen Angeboten und zahlreichen Aktionen. Aktuelle und ehemalige Schüler, Eltern, Lehrer und langjährige Wegbegleiter kamen zusammen. An verschiedenen Ständen boten die Jugendlichen Süßes und Gesundes an. Eine Ausstellung zeichnete noch einmal den Weg von den ersten Ideen und der Gründung bis zur heutigen Schule nach. Und dass Schule und Feiern durchaus zusammenpassen, bewies am Abend schließlich auch eine Lehrerin – sie übernahm das DJ-Pult. Seit 25 Jahren setzt die Freie Werkschule auf ein Konzept, bei dem theoretisches und praktisches Lernen eng miteinander verbunden werden. Das fördert selbstständiges Arbeiten, stärkt die Eigenverantwortung und schafft einen stärkeren Bezug zum späteren Berufsleben. Ein Konzept, das bei manchen Eltern durchaus Grundsatzfragen auslöst: Wer die Werkschule und ihre Art des Lernens näher kennenlernt, überlegt mitunter noch einmal ganz genau, welcher Schulweg für das eigene Kind der richtige ist. Was 2001 mit zwei Klassen begann, ist heute eine Schule von der ersten Klasse bis zum Abitur – und längst ein fester Bestandteil der Meißner Bildungslandschaft.
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