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Artikel vom: 22.08.2011
Der Herzschlag des Erdgeistes
In Weistropp sorgt ein Widder für den Betrieb eines Wasserspiels
Die Ortsmitte von Weistropp schmückt sich seit Kurzem mit einer neuen Attraktion: ein Wasserspiel sprudelt Tag und Nacht vor sich hin. Anwohner meinten, nicht der Springbrunnen sei das Interessante sondern der Widder im Kleditschgrund, der unermüdlich das Wasser pumpe. Der Widder sei nach Gehör leicht zu finden. Man müsse dem Klopfen nachgehen, das klinge wie der Herzschlag eines Erdgeistes. Und tatsächlich... Oben am Hang ist hinter einer geheimnisvollen Tür ein alter Brunnen verborgen. Hier läuft in einer Kiesschicht unter früheren Weinterrassen glasklares Quellwasser zusammen. Ein paar Meter weiter: ein abgedeckter Schacht. Ein Stück hangabwärts versteckt sich der Widder, ein Wasserheber aus der Zeit, als an elektrischen Strom oder Benzinpumpen noch nicht zu denken war. Das Prinzip ist einfach. Wasser fließt durch ein Stahlrohr. Ein Ventil schließt, Staudruck baut sich auf und drückt Wasser in den Windkessel. Der Druck lässt nach, das Ventil öffnet und erneut kann Wasser fließen. Das Ganze läuft, einmal in Gang gesetzt, von allein. Eine geniale Erfindung – ohne Energiekosten. Überschüssiges Wassers fließt in den Kleditschbach und das kühle Nass aus dem Windkessel wird durch mehrere hundert Meter lange Rohre zum Wasserspiel gedrückt. Die Weistropper Einwohner möchten das Plätschern auf dem Dorfplatz inzwischen nicht mehr missen. Dass der Widder arbeitet, zeigen die kleine Fontäne in der Dorfmitte und das markante Klopfen im Wald. Wenn der Wanderer genau zuhört, klingt es fast wie der Herzschlag eines Erdgeistes.
Quelle:
tvM Meissen Fernsehen
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