Renner macht das Rennen
Meißen hat gewählt: deutliche Mehrheit für Markus Renner
Meißen zum Sonntag: Die Wahllokale sind seit ein paar Stunden geöffnet. Die Sonne steht warm über der Altstadt. Nur vereinzelt kommen hier Wähler an die Urne im Wahllokal Null Null Eins. Junge Familien, die ihren Spaziergang gleich mit dem Urnengang verbinden. Ältere Paare, die den Wahlzettel wie einen Sonntagsspaziergang erledigen. Ein paar neugierige Erstwähler, die zum ersten Mal ihr Kreuz machen. Die Beteiligung steigt im Lauf des Tages, bleibt aber sehr unterschiedlich. Im Theater-Wahlbezirk lag die Wahlbeteiligung bei 38 % – und damit unter dem Stadtdurchschnitt von etwa 52. In Siebeneichen ist der Andrang ähnlich, fast 43 Prozent gehen wählen – ein Spitzenwert für hier. Ganz anders die Triebischtal-Turnhalle, die erstmals als Wahllokal genutzt wurde und wo sich selbst am Nachmittag nur vereinzelt Menschen ins Wahllokal verirren. Am Ende liegt die Beteiligung dort bei mageren 26 Prozent. Punkt 18 Uhr schließen die Wahllokale, und das Zentrum der Aufmerksamkeit verlagert sich langsam ins Rathaus. Der große Saal füllt sich nach und nach. Unterstützer bauen sich in Grüppchen auf, Stadträte, Parteivertreter und Bürger möchten die Ergebnisse - die direkt hier im Hinterzimmer ausgezählt werden - live verfolgen. Auch politische Prominenz ist da: Jörg Urban, AfD-Fraktionschef im Sächsischen Landtag, verfolgt die Auszählung zusammen mit René Juhrisch.
Immer mehr Ergbnisse kommen rein. Immer wieder wird es kurz still. Ergebnisse aus der Triebischtal-Turnhalle und dem Innovationszentrum zeigen: Hier liegt der AfD-nahe Juhrisch knapp vorn. Doch der Balken von Einzelbewerber Markus Renner kann jetzt nicht mehr kleiner werden.
Dann wieder Jubel: Im Theater-Wahlbezirk liegt Markus Renner mit 57,4 Prozent klar vorn. Erleichterung bei seinem Team. Die nächsten Bezirke folgen: Questenberg-Grundschule, Freie Werkschule – überall deutliche Mehrheiten für den parteilosen Finanzbürgermeister.
Martin Bahrmann sammelt solide sechs bis fünfzehn Prozent, sein bestes Ergebnis holt er an der Afra-Grundschule. Dann wieder ein kurzer Moment der Spannung. Doch das Blatt wendet sich nicht – die Mehrheit der Wahlbezirke hat längst für Renner entschieden.
Gegen 20 Uhr ist das Ergebnis offiziell: 58,5 Prozent für Markus Renner, und das schon im ersten Wahlgang. Zwischen den Reihen hört man an diesem Abend auch leise Erleichterung – in der Stadt kursierten Gerüchte, dass ein Sieg von René Jurisch zu einem Exodus in der Verwaltung geführt hätte.
Mehrere Mitarbeiter hätten bereits angekündigt, sich in diesem Fall zu versetzen lassen oder zu kündigen. Auch wenn die Wahlbeteiligung nur bei gut 52 Prozent liegt. Applaus brandet auf, Unterstützer springen von ihren Stühlen, Umarmungen, Jubelrufe. Renner nimmt Glückwünsche entgegen, schüttelt Hände, lächelt erschöpft, aber zufrieden.
Sichtlich bewegt bedankt er sich bei den Meißnern für ihr Vertrauen. Seine ersten Worte als künftiger Oberbürgermeister.
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Der lange Wahltag klingt mit einem klaren Auftrag aus: Markus Renner soll die Geschicke der Stadt in den kommenden sieben Jahren leiten – mit breitem Rückhalt.
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