Prunkvoller Jahresauftakt in Meißen
Historisches Löwenportal feierlich eingeweiht
Im Rathaus Meißen ist das historische Löwenportal feierlich eingeweiht worden – an seinem neuen, dauerhaft sichtbaren Standort direkt vor dem Standesamt. Das aus Sandstein gefertigte Renaissanceportal stammt aus dem Jahr 1610. Zugeschrieben wird es dem Bildhauer Melchior Kuntze. Ursprünglich befand es sich am Treppenturm eines Wohnhauses am Jahnaischen Freihof – heute Freiheit 1. Zwei vollplastische Löwen tragen den Bogen, darüber ein reich verzierter Schlussstein mit Wappen. Schon vor über hundert Jahren galt das Portal als außergewöhnlich. Der Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt bezeichnete es 1917 als die „Perle unter den Renaissancetoren Meißens“.
Die Geschichte des Portals verlief jedoch wechselvoll. Es wurde zurückgebaut, eingelagert, restauriert – und geriet über Jahrzehnte in Vergessenheit. Erst in den vergangenen Jahren rückte das Löwenportal wieder in den Fokus. Ausschlaggebend war unter anderem eine wissenschaftliche Projektarbeit des Restaurators Christian Heerklotz aus dem Jahr 2022, die neue Erkenntnisse zur Herkunft und Bedeutung des Bauwerks lieferte.
Mit dem Einbau im Rathaus erhielt das Original nun einen musealen, zugleich aber lebendigen Standort – öffentlich zugänglich, mitten im Herzen der Stadt. Die statische Umsetzung wurde fachlich begleitet vom ehemaligen Rathausstatiker Lutz Heinicke. Zur Einweihung war auch Meißens Oberbürgermeister Markus Renner anwesend. Für ihn steht das Löwenportal exemplarisch für den Umgang der Stadt mit ihrem kulturellen Erbe. Mit dem Löwenportal hat das Rathaus nicht nur ein neues architektonisches Schmuckstück erhalten. Es ist auch ein spätes Comeback für ein Kunstwerk, das lange im Verborgenen lag – und nun wieder öffentlich Geschichte erzählt.
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