Öffentliches Klavier belebt Bahnhof Meißen
Im Bahnhof Meißen steckt künftig Musik
Im Meißner Bahnhof gibt künftig nicht mehr nur der Fahrplan den Takt vor. Reisende und Passanten können hier bald innehalten und Musik von einem frei zugänglichem Bahnhofspiano live erleben. Seit dem 6. März steht in der historischen Empfangshalle ein öffentliches Klavier bereit. Jeder darf spielen, improvisieren oder einfach zuhören. Aus Wartezeit soll so ein besonderer Moment werden. Möglich gemacht hat das Projekt die Meißner Musikerin und Sponsorin Beate Voigt. Sie stellte das Instrument zur Verfügung, damit Musik im Alltag für alle zugänglich wird.
Das Projekt ist Teil einer größeren Idee: Öffentliche Orte in Meißen sollen stärker kulturell belebt werden und Menschen zusammenbringen, so Sara Engelmann. Auch mit von Anfang an begleitet hat das Projekt das Meißner Theater und Anlagenmanager Roy Schröder von der Deutschen Bahn.
Für die Stadt ist das Klavier ein niedrigschwelliges Angebot - spontan, kostenlos und für jede Generation offen. Für den Auftakt am 6. März sorgte ein junges Klaviertalent aus der Region: Valentin - ein Geigenschüler von Beate Voigt - ließ das neue Instrument erstmals erklingen und zeigte, welches Potenzial in dem Projekt steckt. Zwischen Reisenden, ankommenden Zügen und neugierigen Blicken wird der Bahnhof so für einen Moment zur Bühne. Gleichzeitig lebt die Idee davon, dass Menschen den Mut finden, sich einfach zu setzen und zu spielen. Nicht Perfektion steht im Vordergrund, sondern der Moment.
Das Klavier soll also nicht nur eine Bühne für Profis sein, sondern eine Einladung an alle, die sich ausprobieren oder anderen eine kleine Freude machen möchten.
Damit wird der Bahnhof nicht nur zum Verkehrsknotenpunkt, sondern auch zu einem Ort der Begegnung und Kultur. Und vielleicht hilft die Musik sogar dabei, die Zeit ein wenig anders wahrzunehmen.
Wo sonst Fahrpläne den Takt vorgeben und Minuten gezählt werden, dürfen künftig Melodien das Tempo bestimmen. Selbst wenn ein Zug wieder einmal auf sich warten lässt, wird diese Wartezeit zumindest klangvoll überbrückt.
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