Jetzt fließt Geld
30.000 Euro für die Rettung der Epitaphe in der Meißner Nikolaikirche
Jetzt fließt Geld für einzigartiges Porzellan 30.000 Euro für die Rettung der Epitaphe in der Meißner Nikolaikirche Sie gehören zu den außergewöhnlichsten Kunstwerken Meißens – und sie sind in Gefahr. Die großen Porzellan-Epitaphe in der Nikolaikirche erinnern seit 1929 an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Doch ausgerechnet ihre Befestigung wird ihnen inzwischen zum Verhängnis. Verrostete Anker haben Porzellanteile abgesprengt und Risse im Mauerwerk verursacht. Einzelne Elemente sind bereits zerbrochen. Schon im vergangenen Jahr hatten Experten auf die zunehmenden Schäden aufmerksam gemacht und um Unterstützung für den Erhalt der weltweit einzigartigen Porzellanausstattung geworben. Jetzt fließt Geld. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Sicherung und Restaurierung eines der geschädigten Epitaphe mit 30.000 Euro. Den Fördervertrag übergab Ortskurator Dr. Reinhard Plüschke am Freitag symbolisch an Pfarrer Christoph Rechenberg. Mit dem Geld soll das ausgewählte Epitaph zunächst statisch gesichert werden. Beschädigte Porzellanteile werden restauriert, zerbrochene beziehungsweise fehlende Elemente ergänzt. Das ist aufwendig: Historische Modelle und Formen existieren nicht mehr. Fehlende Stücke müssen deshalb eigens neu angefertigt werden. Insgesamt prägen 14 großformatige Epitaphe den Innenraum der Nikolaikirche. Auf ihnen stehen die Namen von 1815 Gefallenen. Hinzu kommen figürliche Darstellungen trauernder Mütter und Kinder sowie zwei 2,20 Meter hohe Frauenfiguren im Altarraum. Sie gelten als die größten jemals aus Meißner Porzellan gefertigten Figuren. Zusammen mit den 14 großformatigen Epitaphen machen sie die Nikolaikirche zu einer weltweit einzigartigen Gedächtnisstätte aus Porzellan. Entstanden war die Gedächtnisstätte anlässlich der 1000-Jahr-Feier Meißens im Jahr 1929. Schon damals war ihre Finanzierung ein Gemeinschaftswerk aus Lotterieerlösen und Spenden von Bürgern und Handwerkern. Fast einhundert Jahre später geht es nun darum, dieses außergewöhnliche Ensemble zu erhalten. Die 30.000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind dafür ein weiterer konkreter Schritt.
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