Jugendstilgrab in Meißen wird gerettet
Jugendstilgrab in Meißen wird gerettet
Die Sanierung des im Jugendstil erbauten Familiengrabes von Max Gottgetreu Schmidt auf dem Alten Johannesfriedhof in Meißen erhält Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Am vergangenen Freitag übergab Dr. Reinhard Plüschke als Ortskurator der Stiftung symbolisch Fördermittel an Christof Voigt von der Kirchgemeinde. Insgesamt fließen 7.000 Euro in die Restaurierung der historischen Grabstätte. Das Familiengrab erinnert an eine Zeit, in der Meißen-Cölln als Zentrum der deutschen Keramikindustrie galt. Max Gottgetreu Schmidt war durch Einheiraten Teil dieser Meißner Keramikdynastie geworden. Die Eingemeindung von Cölln nach Meißen im Jahr 1901 war dabei weit mehr als nur eine Verwaltungsentscheidung. Viele Fabriken, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse lagen damals auf der Cöllner Seite der Elbe. Hier wurde produziert, gebrannt und exportiert. Das Grab selbst steht heute unter Denkmalschutz und entsprechend aufwendig gestaltet sich auch die Sanierung. Vor allem die keramischen Verzierungen gelten als besondere Herausforderung. Zahlreiche Kacheln fehlen oder sind beschädigt und mussten anhand historischer Vorlagen komplett neu gefertigt werden – inklusive Glasur und alter Beschriftung. Dass diese Arbeiten nun direkt in Meißen umgesetzt werden können, verleiht dem Projekt zusätzliches Lokalkolorit. Die Meißner Keramikfirma Bidtelia rund um Ullrich und Clemens Bierstedt hat es geschafft, die historischen Fliesen originalgetreu zu reproduzieren. So wird auf dem Alten Johannesfriedhof nicht nur ein Familiengrab restauriert. Stück für Stück kehrt damit auch ein Teil der Meißner Industrie- und Keramikgeschichte zurück ins Stadtbild.
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