Datum: 14.07.2026
Rubrik: Nachrichten
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Beitrag: Zehn Jahre Zahnrad und Zylinder

Zehn Jahre Zahnrad und Zylinder

Steampunk-Festival lockt über viertausend Besucher nach Meißen


Drei Tage lang gehörte der Burghof der Albrechtsburg wieder den Dampfmaschinen, Zahnrädern und fantasievollen Erfindungen sowie ihren zahlreichen Fans. Zum inzwischen zehnten Mal hatte der Meißner Verein „Mit Zahnrad und Zylinder“ zum großen Steampunk-Festival eingeladen. Bei bestem Sommerwetter strömten nach Angaben der Veranstalter mehr als viertausend Besucher auf das Gelände. Zwischen aufwendig gestalteten Gewändern, historischen Maschinen, Künstlern, Händlern und Musik entstand erneut jene besondere Welt, für die das Festival inzwischen weit über Sachsen hinaus bekannt ist. Schon früh zeigte sich: Das Jubiläum funktionierte nahezu reibungslos. Viele Gäste waren eigens nach Meißen gereist, um für einige Stunden oder sogar mehrere Tage in diese außergewöhnliche Fantasiewelt einzutauchen. Genau darin sieht Organisator Jens Mahlow inzwischen auch den Reiz des Festivals. Dass hinter dieser scheinbar mühelosen Veranstaltung monatelange Vorbereitung steckt, bekamen die Besucher dagegen kaum zu sehen. Ehrenamtliche Helfer, Vereinsmitglieder und zahlreiche Unterstützer sorgten im Hintergrund dafür, dass das Getriebe überhaupt laufen konnte. Ganz ohne Sand im Getriebe verlief die Organisation allerdings auch diesmal nicht. Den emotionalen Höhepunkt erreichte das Jubiläumsfestival schließlich nach Einbruch der Dunkelheit. Statt eines klassischen Feuerwerks entschieden sich die Veranstalter bewusst für modernste Lasertechnik in Verbindung mit einem aufwendig produzierten Projection Mapping. Dabei verwandelte sich die Fassade des Meißner Doms in eine riesige Projektionsfläche. Licht, Farben und Animationen verschmolzen mit der historischen Architektur zu einer spektakulären Inszenierung, die viele Besucher minutenlang in ihren Bann zog. Nicht nur die Technik entwickelt sich weiter. Auch das Publikum hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert. Viele Gäste kommen inzwischen regelmäßig nach Meißen und bringen ihre Familien mit. Das spiegelt sich auch im Altersdurchschnitt wider. Für die Zukunft wünscht sich der Vereinsvorsitzende dennoch bessere Rahmenbedingungen. Sein Wunsch: Weniger Hürden und mehr Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Statt gegeneinander möchte er künftig lieber gemeinsam an einem Tisch sitzen und das Festival weiterentwickeln. Dabei, so Mahlow, müsse sich das Festival keineswegs verstecken. Trotz vergleichsweise kleiner Werbemöglichkeiten kamen erneut mehrere tausend Besucher. In anderen Städten sei der Verein inzwischen sogar selbst als Veranstalter gefragt. So wurden "Mit Zahnrad und Zylinder" bereits nach Gera und Döbeln eingeladen und dort finanziell unterstützt – ein Modell, das sich der Vereinsvorsitzende auch für Meißen wüscht. Dass Steampunk weit mehr ist als nur außergewöhnliche Kleidung, zeigt auch Klaus-Peter Stoffels. Seit Jahren baut er mit großer Leidenschaft fantasievolle Maschinen und technische Kunstwerke. Besonders stolz ist er auf seine sogenannte Atomlok. Inspiriert von Jules Vernes Captain Nemo verbindet sie historische Dampftechnik mit einer fiktiven Zukunftstechnologie rund um die Atomspaltung – genau jene Mischung aus Vergangenheit und Zukunft, die den besonderen Reiz des Steampunk ausmacht. Auch abseits des Bühnenprogramms gab es neue Verbindungen zu entdecken. Nachdem die Steampunker vor einigen Wochen selbst zu Gast bei den Meißner Schlaraffen gewesen waren, folgte nun der Gegenbesuch. Der Männerbund präsentierte sich erstmals mit einem eigenen Stand auf dem Festival und nutzte die Gelegenheit, mit vielen Besuchern ins Gespräch zu kommen. Dabei weckten die Schlaraffen bei so manchem Steampunker die Neugier auf ihre traditionsreiche Gemeinschaft. Mit seinem zehnten Jubiläum hat Zahnrad und Zylinder eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig die Steampunk-Szene inzwischen geworden ist. Und spätestens als Laserstrahlen und Projection Mapping den Meißner Dom in eine riesige Bühne verwandelten, dürfte vielen Besuchern klar geworden sein: Dieses Festival hat sich längst seinen festen Platz im Veranstaltungskalender der Region erarbeitet.

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