Datum: 26.08.2026
Rubrik: Nachrichten
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Beitrag: Meißen im Takt der internationalen Breaking-Szene

Meißen im Takt der internationalen Breaking-Szene

„Down To The Beat“ bringt rund 2.000 Gäste und Tänzer aus aller Welt zusammen


Rund zweitausend Besucher, internationale Tänzer, Graffiti, Skateboards, BMX' und jede Menge Beats: Rund um das Akti an der Elbe war Meißen am vergangenen Wochenende wieder fest in der Hand der Hip-Hop-Kultur. „Down To The Beat“ ging in seine inzwischen sechste Runde. Und wer dabei an einen klassischen Tanzwettbewerb denkt, greift zu kurz. Schon am Freitag begann das Festival in diesem Jahr mit einer Neuerung. Bei einem Zeitzeugengespräch ging es um die Geschichte des Breaking und um eine Kultur, die längst mehrere Generationen miteinander verbindet. Wie groß diese Spannweite inzwischen ist, zeigte sich einen Tag später besonders deutlich. Am Sonnabend trafen erfahrene Tänzer aus der internationalen Breaking-Szene aufeinander. Auch beim Publikum reichte das Altersspektrum über mehrere Generationen. Manche kamen gezielt wegen der Battles, andere blieben beim Spaziergang an der Elbe hängen – und immer wieder wechselten die Zuschauer über den Tag. So entstand ein enormes Durchlaufvolumen. Nach Angaben des Veranstalters waren erneut rund zweitausend Gäste dabei. Wettertechnisch hat alles geklappt. Pünktlich zu den Battles kam die Sonne raus. Dabei spielte sich längst nicht alles auf der großen Bühne ab. Graffiti- und Skateboard-Workshops gehörten ebenso zum Programm wie zahlreiche kleinere Schauplätze auf dem Gelände. Wer wollte, konnte zuschauen, selbst ausprobieren oder einfach die Atmosphäre genießen. Im Mittelpunkt standen aber die DJs – und natürlich die Battles. Ab dem Nachmittag wurde auf der großen Open-Air-Bühne im direkten 3 gegen3 Duell getanzt. Beim Breaking geht es dabei nicht einfach darum, möglichst spektakuläre Figuren aneinanderzureihen. Musikalität, Technik, Kreativität, Persönlichkeit und die direkte Reaktion auf den Gegner gehören zusammen. Die Tänzer wissen vorher nicht exakt, was der DJ spielen wird. Aber sie müssen auf die Beats reagieren, ihre eigenen Stärken zeigen und gleichzeitig eine Antwort auf das liefern, was die Gegenseite gerade vorgelegt hat. Für Außenstehende ist deshalb nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, warum am Ende genau dieser Tänzer oder jene Crew eine Runde für sich entscheidet. Gerade darin liegt aber ein Teil der Spannung. Bewertet wird das Gesamtbild von den „Judges“ – und nicht nur vom vielleicht spektakulärsten Moment eines Battles. Beim Wettbewerb der B-Girls traten acht Tänzerinnen im direkten Eins-gegen-eins gegeneinander an. Den vierten Platz belegte Lakisha aus Deutschland. Loviana aus Griechenland erreichte Platz drei. Freezen aus Russland tanzte sich auf den zweiten Platz. Den Sieg beim B-Girl-Battle holte sich schließlich Jana aus Österreich. Noch einmal anders funktioniert die Dynamik beim Drei-gegen-Drei. Hier zählt neben den individuellen Fähigkeiten auch, wie drei Tänzer als Crew miteinander agieren. Wechsel, gemeinsame Ideen und spontane Reaktionen werden Teil des Battles. Sechzehn Teams waren dafür in Meißen am Start. Auf Platz vier landeten die Genial Rockaz mit Tänzern aus Polen und der Ukraine. Wabi Sabi aus Bulgarien erreichte den dritten Platz. Platz zwei ging an Nix mit Hollywood aus Deutschland. Ganz oben auf dem Podest standen am Ende die Mighty Zulu Kings aus Mexiko und Brasilien. Die international vernetzte Breaking-Formation gehört zu einer Szene, deren Mitglieder und Ableger seit vielen Jahren auf Battles und Jams in verschiedenen Teilen der Welt vertreten sind. Und genau diese Internationalität war auf dem Gelände nicht nur auf der Bühne zu erleben. Zwischen den eigentlichen Wettbewerben wurde gemeinsam trainiert, zugeschaut, gesprochen und fotografiert. Herkunft und Alter spielten dabei erstaunlich wenig Rolle. Wer Breaking kennt, verstand ohnehin dieselbe Sprache – und wer damit bisher wenig anfangen konnte, bekam zumindest einen ziemlich direkten Einblick. Auch Meißen selbst hinterließ bei den Gästen Eindruck. Mehrere der angereisten Tänzer berichteten, dass es etwas Besonderes sei, ausgerechnet in einer historischen Stadt wie Meißen zu breaken. Es entstanden Fotos, die mit den üblichen Bildern internationaler Breaking-Veranstaltungen wenig gemeinsam haben, so die Tänzer. Viele nahmen deshalb nicht nur Platzierungen und Battle-Erfahrungen mit nach Hause, sondern auch Erinnerungen an die Stadt. Gelobt wurde von den Teilnehmern zudem die Organisation der Veranstaltung. Für Heiko „Hahny“ Hahnewald ist „Down To The Beat“ allerdings nicht nur das eine große Festival im Sommer. Seit Jahren trainiert er in Meißen den Nachwuchs und gibt seine Erfahrungen an die nächste Generation weiter. Und die war am Sonnabend natürlich ebenfalls dabei. Mit der AMS Crew standen einige der jüngsten Tänzer des gesamten Festivals auf dem Platz. Während wenige Meter weiter internationale Gäste um den Sieg kämpften und dem Meißner Nachwuchs zeigten, wo die Reise einmal hingehen könnte. Gerade dieser Gegensatz gehört zu „Down To The Beat“: Kinder, die ihre ersten Erfahrungen sammeln, treffen auf Tänzer, die für ein Battle durch Europa oder sogar über Kontinente reisen. Breaking und Hip-Hop wird dabei zum verbindenden Element. Die Kultur dahinter ist deutlich älter als viele derjenigen, die am Sonnabend auf der Tanzfläche standen. Entstanden ist Breaking in den siebziger Jahren in New York und entwickelte sich gemeinsam mit DJing, Rap und Graffiti zu einem wesentlichen Bestandteil der Hip-Hop-Kultur. Auch in Meißen reicht die Geschichte weit bis in die DDR zurück. Breaking gehört hier bereits seit den achtziger Jahren zur Jugendkultur. „Down To The Beat“ knüpft heute daran an und verbindet diese lokale Geschichte mit einer internationalen Szene. Und nach sechs Ausgaben ist offenbar noch lange nicht Schluss. Der nächste Termin steht bereits fest: Am 28. August 2027 soll „Down To The Beat“ wieder nach Meißen zurückkehren. Dann wollen die Veranstalter noch internationaler werden. Tänzer aus mehr als vierundzwanzig Ländern werden erwartet. Spätestens dann heißt es am Akti wieder: Musik an. Kreis frei.

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