Weinlese an den Meißner Katzenstufen
Ministerin Barbara Klepsch informiert sich über Weinbau und Kulturlandschaft
Die Weinlese in Sachsen ist in vollem Gange. Auch an den Steilhängen der Meißner Katzenstufen werden derzeit die Trauben von den Reben geholt. Am Donnerstag griff dabei auch Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch zur Schere. Gemeinsam mit Winzern der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen beteiligte sie sich an der Lese von Müller-Thurgau, natürlich per Hand. Mit dabei auch Lutz Krüger Geschäftsführer der Meißner Winzer sowie Josephine Sander, seit August neue sächsische Weinprinzessin sowie zahlreiche Winzerinnen und Winzer. Gerade an den Katzenstufen ist die Bewirtschaftung aufwendig. Die Lagen lassen nur wenig Technik zu. Vieles muss bis heute von Hand erledigt werden. Für die Ministerin bot der Besuch im Weinberg und in der Besenwirtschaft deshalb auch Gelegenheit, mit den Winzern über die Bedingungen zu sprechen, unter denen der sächsische Wein entsteht und anschließend auch getrunken werden kann. Dabei ging es unter anderem um bürokratische Hürden, die Bewirtschaftung der Weinberge und die Voraussetzungen für Besenwirtschaften. Gerade grundlegende Voraussetzungen fehlen vielerorts: Strom- und Wasseranschlüsse sind in den Weinbergen und auch für Besenwirtschaften häufig nicht vorhanden. Weinbau prägt das Elbtal allerdings weit über die eigentliche Weinproduktion hinaus. Die Weinberge, ihre historischen Mauern und die regionale Gastronomie gehören seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft. Gleichzeitig ist der Wein längst ein wichtiger Faktor für den Tourismus. Nach Angaben des sächsischen Tourismusministeriums stehen jährlich rund drei Komma eins Millionen Übernachtungs- und Tagesbesuche in Sachsen mit dem Weintourismus in Verbindung. Dabei werden knapp dreihundert Millionen Euro umgesetzt. Für Lutz Krüger, Geschäftsführer der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen, muss deshalb auch das Bewusstsein für den Wert dieser Landschaft wachsen. Wein, Kulinarik und der Erhalt der Weinbergsmauern seien Aufgaben, für die nicht allein die Winzer sensibilisiert werden müssten. Im Gespräch zieht Lutz Krüger sein Fazit zum Besuch der Ministerin. Für die Winzer steht derzeit allerdings zunächst die Lese im Mittelpunkt. Die Sächsische Winzergenossenschaft zählt nach aktuellen Angaben rund achthundert Mitglieder. Gerade Klein- und Hobbywinzer tragen einen erheblichen Teil dazu bei, dass auch schwierig zu bewirtschaftende Lagen erhalten bleiben. Wie zufrieden die Genossenschaft mit dem bisherigen Verlauf der Weinlese ist und wie die Ernte des Jahrgangs 2026 voraussichtlich ausfallen wird sollten wir in ein paar Wochen erneut nachfragen. Und ob das Risiko eingegangen wird, manche Trauben für einen besonderen Eiswein hängen zu lassen, zeigen die nächsten Wochen.
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