Datum: 23.08.2009
Rubrik: Nachrichten

Der Sachse kommt!

Wahlkampftour zwischen Toilettenbecken und Feuerwehrrente.


Großer Bahnhof im Gewerbegebiet Meißen-Ost. Vor dem Duravit-Hauptgebäude wird der sächsische Ministerpräsident erwartet. Stanislaw Tillich ist auf seiner Wahlkampftour einen Tag im Kreis Meißen unterwegs. Drei Firmen wird er besuchen, bevor er sich mit Wählern trifft. Draußen ist mit 35 Grad der wärmste Tag des Jahres und in den Duravit-Werkshallen sind es knapp 40. Trotz aller Automatisierung wird hier schwer gearbeitet. Derzeit allerdings mit 20% Kurzarbeit. Der Betrieb hofft auf ein baldiges Ende der Krise. Weiter gehts in die Meißener Schwerter Brauerei. Eric Schäffer, der Oppacher- Inhaber hat das Unternehmen vor wenigen Wochen aus der Insolvenz gerettet. Stanislaw Tillich kostet nur von dem mehrfach prämierten Gerstensaft. Austrinken will er das Glas nicht. Es ist zu warm für exzessiven Biergenuss. Das Besuchsprogramm der Meißner Firmen hat Landtagskandidatin Karin Strempel zusammengestellt. In schwierigen Zeiten steckt auch die Druckerei Thieme. Aufrträge sind in der Krise um 30 % eingebrochen. Die Druckindustrie leidet momentan besonders. Banken mauern, auch die sächsische Bürgschaftsbank. Auch hier: Hoffnung auf eine Zeit irgendwann nach der Krise. Inzwischen ist es 19 Uhr. Der Bus hält in Sörnewitz. Landtagskandidat Matthias Rößler hat eingeladen. Der CDU- Wahlkampf ist voll auf den Ministerpräsidenten fokusiert. In der Broschüre gibt es Stanislaw Tillich in allen Lebenslagen zu bewundern. Auch am heutigen Abend steht er im Mittelpunkt. Hier muß er sich den Fragen der Wähler stellen. Es geht um die Bildungspolitik, den Straßenbau und um die Feuerwehr. Tillich will eine Feuerwehrrente ausloben; der neueste Wahlkampfcoup. Doch die Kameraden interessiert vor allem die Nachwuchgewinnung. Die Bühne mit den vier Stühlen bleibt an diesem Abend leer. Matthias Rößler ist lieber unter den Leuten. Er stellt sich den problematischen Fragen. Er redet Klartext und er polarisiert. Sein Ministerpräsident ist eher der Diplomat und mehr im Ungefähren unterwegs. Schwierige Zeiten aber rufen nach konsequenten Entscheidern. Ein Matthias Rößler wird in Tillichs neuer Mannschaft wohl einen Platz sicher haben.

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