Datum: 15.06.2026
Rubrik: Nachrichten
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Beitrag: Görnische Gasse: Petition gegen geplante Abpollerung

Görnische Gasse: Petition gegen geplante Abpollerung

Mehr als 550 Unterschriften gesammelt


Görnische Gasse: Petition gegen geplante Abpollerung - Mehr als 550 Unterschriften gesammelt

Zurzeit sind die Bauarbeiten in der Görnischen Gasse in Meißen noch in vollem Gange. Im zweiten Bauabschnitt wird die historische Verbindung grundlegend saniert. Erneuert werden Wasserleitungen, Fernwärme, Abwasser, Gehwege und die Straße selbst. Auch der historische Belag wird nach Abschluss der Arbeiten wieder verlegt. Ergänzt wird das Straßenbild außerdem durch neue Porzellanpflastersteine – als markantes Gestaltungselement mit direktem Bezug zur Porzellanstadt Meißen. Wie das Ergebnis später aussehen kann, zeigt bereits der fertiggestellte erste Bauabschnitt. Manche Porzellan-Kopfsteinpflaster im ersten Bauabschnitt haben jedoch bereits feine Haarrisse bekommen. Wie mit diesen Schäden umgegangen wird, muss sich noch zeigen. Doch neben der umfangreichen Sanierung sorgt ein anderes Thema weiterhin für Diskussionen. Nach Abschluss der Arbeiten soll ein versenkbarer Poller am Eingang der Görnischen Gasse zukünftig für eine Verkehrsberuhigung sorgen. Nachdem wir von tvM bereits den Befürwortern einer Verkehrsberuhigung in der Görnischen Gasse Raum für ihre Argumente gegeben haben, geht es nun um die andere Sichtweise. Bei einem Bürgergespräch zur Verkehrsuntersuchung Görnische Gasse am 8. Januar im Meißner Ratssaal hatten zahlreiche Anwohner ihre Bedenken gegenüber einer Pollerlösung geäußert. Im Nachgang hat sich gegen die geplante Abpollerung eine Petition gegründet. Mehr als 550 Unterschriften wurden inzwischen gesammelt. Am 11. Juni kamen die offiziellen Einreicher der Petition – die sogenannten Petenten – erneut zusammen. Treffpunkt war der Keller der Gerbergasse 18. Eingeladen hatte Stadtrat Uwe Köhler, der die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Köhler ist selbst Petent und spricht sich gegen die geplante Abpollerung aus. Bei der Zusammenkunft wurden noch einmal zahlreiche Argumente gegen den geplanten Poller gesammelt und das weitere Vorgehen der Petition besprochen. Dabei machen die Petenten deutlich: Die Kritik richtet sich nicht gegen die Sanierung der Görnischen Gasse selbst. Die Aufwertung der historischen Straße wird grundsätzlich begrüßt. Im Mittelpunkt steht jedoch die zukünftige Verkehrsführung. Die Gegner des Pollers befürchten längere Wege für Anwohner, Einschränkungen für Gewerbe und Lieferverkehr sowie Probleme bei der Erreichbarkeit für Rettungskräfte. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die Diskussion ist nicht neu. Bereits im April 2019 wurde im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung über die zukünftige Nutzung der Görnischen Gasse gesprochen. Damals wurde unter anderem eine Sperrung für den Durchgangsverkehr betrachtet. Die fachliche Bewertung nannte als Vorteile eine Senkung der Verkehrsbelastung sowie eine Reduzierung des Lärms innerhalb der Görnischen Gasse. Gleichzeitig wurden aber auch mehrere Nachteile aufgeführt. Durch eine Sperrung würde die Görnische Gasse vom Quellverkehr aus Teilen der Altstadt abgeschnitten. Verkehr, der bisher über diese Verbindung läuft, müsste auf andere Straßen ausweichen. Dadurch könnte zwar die Görnische Gasse selbst entlastet werden – gleichzeitig würden jedoch andere Bereiche der Altstadt stärker belastet. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass eine wirksame Kontrolle einer solchen Regelung nur durch bauliche Maßnahmen wie Schranken oder Poller möglich wäre. Diese wurden jedoch mit Blick auf die Erreichbarkeit für Rettungs- und Lieferfahrzeuge damals kritisch bewertet. Sieben Jahre später bekommt diese Bewertung für die Gegner des Pollers eine neue Bedeutung. Denn genau die bauliche Maßnahme, die damals bereits kritisch eingeordnet wurde, steht nun wieder im Mittelpunkt der Diskussion. Für die Petenten stellt sich deshalb die Frage, warum Punkte, die bereits 2019 festgehalten wurden, heute erneut diskutiert werden müssen. Die neue Görnische Gasse nimmt bereits Gestalt an. Ob am Ende aber nur das Pflaster neu ist – oder auch die Verkehrsführung dauerhaft verändert wird, darüber wollen die Petenten weiter mitreden. Am 22. Juni findet die nächste Bürgerveranstaltung zum Thema im Meißner Ratssaal statt. Und wieder wird die Frage sein. Was geht vor? Anwohner oder Tourist?

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