Datum: 16.06.2026
Rubrik: Nachrichten
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Beitrag: Lösius, der Musicus

Lösius, der Musicus

Mit zwölf Saiten und vielen Geschichten


Während beim Meißner Literaturfest am Wochenende viele Besucher den Geschichten von Autoren lauschten, wurden an anderer Stelle die Geschichten einfach gesungen. Im Hof von Fisch Heinrich, direkt an der Triebisch und unter Weinreben, griff Lösius, der Musicus, zu seiner zwölfsaitigen Gitarre. Der Anlass war ein ganz persönlicher: Steffen Löser, der Mann hinter der Figur Lösius, feierte seinen 69. Geburtstag. Doch wer Lösius kennt, weiß: Lange im Mittelpunkt stehen und nur feiern – das passt nicht zu ihm. Also wurde aus der Geburtstagsrunde schnell wieder das, was ihn seit Jahren ausmacht: Musik, Geschichten und gemeinsames Singen. Als fahrender Spielmann erzählt Lösius von Bauern, Handwerkern, Klosterbrüdern und einfachen Leuten. Von Geschichten also, die früher nicht in Büchern oder im Internet standen, sondern von Mensch zu Mensch weitergegeben wurden. Doch Lösius schaut nicht nur in die Vergangenheit. Immer wieder begleitet er auch die kleinen und großen Ereignisse seiner Stadt mit einem Augenzwinkern. Als einst die Linden vor dem Meißner Theater verschwinden sollten, stand Lösius unter den Bäumen – nicht mit einem Protestplakat, sondern mit seiner Gitarre. Die musikalische Mahnwache hatte nichts gebracht: Das Stadtgrün wurde entfernt. Statt unter Theaterlinden singt er nun unter Weinreben an der Triebisch. Geblieben ist der Mann mit der Gitarre. Und auch bei seiner eigenen Feier blieb Lösius seiner Rolle treu: Die Gäste hörten nicht nur zu – sie sangen mit. Bei einem Glas Wein und einem Stück Kuchen wurde natürlich trotzdem angestoßen. Denn 69 wird man schließlich nur einmal. Der Blick geht aber weiter: Zum 70. Geburtstag soll die Fatsche dann noch einmal deutlich größer werden. Bis dahin bleibt Lösius, der Musicus, unterwegs – mit zwölf Saiten, nah am Menschen, mit vielen Liedern und einem besonderen Blick auf seine Stadt Meißen.

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