Datum: 08.10.2026
Rubrik: Nachrichten
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Beitrag: „Kommen und Bleiben“ - SenTha bringt Meißen auf die Bühne

„Kommen und Bleiben“ - SenTha bringt Meißen auf die Bühne

„Kommen und Bleiben“ - SenTha bringt Meißen auf die Bühne


Am vergangenen Freitag und Sonnabend hatte auf der Kleinen Bühne des Theaters Meißen „Kommen und Bleiben“ Premiere. Auf der Bühne stand die Seniorentheatergruppe SenTha – mit einem Abend, der weniger einem klassischen Theaterstück mit durchgehender Handlung folgte, sondern vielmehr einer Collage aus unterschiedlichen Szenen, Erinnerungen, Beobachtungen und Begegnungen. Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder Meißen. Die Stadt wurde zum gemeinsamen Bezugspunkt ganz unterschiedlicher Geschichten. Es ging um die Frage, warum Menschen ihre bisherige Heimat verlassen, warum ausgerechnet Meißen zum neuen Ziel wird und was sie schließlich mit der Stadt verbindet. Dabei wechselten die Stimmungen immer wieder. Nachdenkliche und persönliche Momente standen neben humorvollen Szenen. Gerade diese Form gab den unterschiedlichen Charakteren innerhalb der Gruppe viel Raum. Einige Szenen lebten von leisen Tönen und genauer Beobachtung, andere von Spielfreude, Humor und gut gesetzten Pointen. Welche Rolle Meißen dabei spielte und ob die Stadt lediglich Schauplatz oder selbst Teil der Geschichte war, erklärte Regisseur Utz Pannike. Dass dabei kein klassisches Stück mit Anfang, Konflikt und Auflösung entstand, passte zum Thema. Denn auch die Beziehung zu einer Stadt lässt sich kaum auf eine einzige Geschichte reduzieren. Manche sind hier geboren, andere kamen später. Erinnerungen, Erfahrungen und persönliche Blickwinkel unterscheiden sich – und genau diese Vielfalt wurde sichtbar. SenTha gelang es, diesen sehr unterschiedlichen Szenen jeweils einen eigenen Ton zu geben. Das verlangte den Darstellern einiges ab. Innerhalb kurzer Zeit wechselten Rollen, Situationen und Stimmungen. Und wenn der Text einmal kurz auf der Strecke blieb, half die Souffleuse aus dem Hintergrund – schließlich gehört auch sie zum SenTha-Team. Auf einen ernsten Moment konnte unmittelbar eine komische Szene folgen. Gerade in diesen Wechseln zeigte das Ensemble seine Stärke. Regisseur Utz Pannike darüber, was der Abend eigentlich über die Menschen, die in Meißen leben, erzählt. Dabei blieb der Blick auf Meißen nicht nur bei persönlichen Geschichten. Auch ganz konkrete Themen – fanden ihren Platz – und boten dem Publikum Gelegenheit, sich selbst wiederzuerkennen. Gleichzeitig ging es um Verbundenheit, Erinnerungen und um die Frage, wann aus einem Ort eigentlich ein Zuhause wird. Eine eindeutige Antwort lieferte der Abend darauf nicht – und genau das gehörte zum Konzept. Stattdessen brachte SenTha unterschiedliche Perspektiven zusammen. Manche Szenen dürften dem Meißner Publikum sehr vertraut vorgekommen sein, andere eröffneten einen neuen Blick. Dabei profitierte die Inszenierung auch von der Nähe der Kleinen Bühne. Statt klassischer Reihenbestuhlung saß das Publikum an kleinen Tischen dicht am Bühnengeschehen. Mimik, Gesten und kleine Reaktionen gingen hier nicht verloren. Vieles funktionierte gerade deshalb. Für das Publikum ergaben sich also zahlreiche Anknüpfungspunkte. Auch bei einem Gespräch im Anschluss. Am Ende blieb keine abgeschlossene Geschichte als vielmehr eine Sammlung von Eindrücken: unterschiedliche Charaktere, Erfahrungen und Sichtweisen auf eine Klein-Stadt. SenTha machte genau diese Unterschiede zur Stärke des Abends. Neue Charaktere sind dabei durchaus willkommen. Die Seniorentheatergruppe freut sich über Verstärkung und damit auch über neue Geschichten, Erfahrungen und Persönlichkeiten, die künftig ihren Platz auf der Bühne finden könnten. Denn vielleicht gilt „Kommen und Bleiben“ am Ende nicht nur für Meißen: Wer im passenden Alter Lust auf Theater hat, kann bei SenTha erst einmal kommen – und möglicherweise bleiben. Ein Wiedersehen gibt es bereits im November: Am 10. und 15. November zeigt SenTha im Stadtmuseum Meißen noch einmal ausgewählte Szenen aus „Kommen und Bleiben“.

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