Dramatische Corona-Situation im Landkreis Meißen
Landrat Ralf Hänsel überlegt, Katastrophenvoralarm auszulösen – Elblandkliniken suchen personelle Unterstützung
„Wir überlegen aufgrund der sehr hohen Corona-Infektionszahlen und der mehr als angespannten Lage in den Elblandkliniken Katastrophenvoralarm für den Landkreis Meißen auszulösen“, das ist die Botschaft von Landrat Ralf Hänsel nach der heutigen Videokonferenz des Krisenstabes. „Wir erhoffen uns mit diesem Schritt, für die dramatische Lage zu sensibilisieren und dringend benötigtes Pflegepersonal für die Kliniken zu akquirieren“, so der Landrat weiter. Mit dem Katastrophenvoralarm würden die notwendigen Vorbereitungen im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes anlaufen.
Amtsärztin Simone Bertuleit ergänzte die Zahlen mit folgenden Worten: „Wir erkennen derzeit eine Verdopplung der Infektionszahlen aller zehn Tage, ein Rückgang ist gegenwärtig nicht abzusehen. Die höchsten Anstiege der Infektionen haben wir in den Altersgruppen der 5- bis 14-Jährigen und der 35- bis 59-Jährigen zu verzeichnen. Ausbrüche sind besonders in Alten- und Pflegeheimen sowie Schulen zu sehen.“
Rainer Zugehör, Vorstand der Elblandkliniken, informierte im Krisenstab zur Situation in den Elblandkliniken: „Die Lage ist dramatisch und spitzt sich noch schneller zu als ohnehin befürchtet. Uns fehlt Pflegepersonal. Zwar unterstützen uns an jedem der drei Standorte jeweils acht Soldaten der Bundeswehr, aber das ist nicht ausreichend.“
Daher suchen die Elblandkliniken mit einem Appell an die Bevölkerung nach Unterstützung. Personen, die idealerweise über medizinische Vorkenntnisse verfügen und/oder bereits Erfahrungen bei der Arbeit in Kliniken haben sowie für einen Zeitraum von mehr als ein paar Tagen zur Verfügung stehen könnten, werden gebeten, sich bei den Elblandkliniken zu melden. Für eine Kontaktaufnahme stehen die Sekretariate der Verwaltungsdirektion an den drei Standorten bereit:
Standort Meißen: Telefon - 03521 7431201
Standort Radebeul: Telefon - 0351 8333200
Standort Riesa: Telefon - 03525 753013
„Jeder von uns sollte in diesen Tagen seine Aktivitäten genau hinterfragen: muss der Einkaufsbummel jetzt sein, ist dieses oder jenes Treffen jetzt notwendig. Es geht nicht nur um den Schutz der eigenen Gesundheit, sondern auch um die gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, appelliert Landrat Ralf Hänsel. „Ich werde noch einmal an meine Amtskollegen der anderen stark betroffenen Landkreise sowie an die Regierung des Freistaates herantreten, um eine gemeinschaftliche und schnelle Lösung für diese prekäre Lage zu erreichen.“
Ab dem morgigen Freitag werden in ganz Sachsen zunächst die Regelungen der Überlastungsstufe gelten. Der Schwellenwert der Bettenbelegung auf den Normalstationen von 1.300 Betten nach § 2 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 SächsCoronaSchVO wurde am Buß- und Bettag (17. November 2021) mit 1.520 Betten den dritten Tag aufeinanderfolgenden Tag erreicht bzw. überschritten.
Damit ist in vielen Bereichen der Zugang nur noch für Geimpfte oder Genesene möglich. Private Treffen im öffentlichen und privaten Raum sind nur noch zwischen einem Hausstand und einer weiteren ungeimpften Person zulässig. Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres werden hier ebenso wie Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt. Die amtlichen Bekanntmachungen des Freistaates Sachsen sind auf nachstehender Website bekannt gemacht: Amtliche Bekanntmachungen - sachsen.de.
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