Datum: 01.04.2026
Rubrik: Nachrichten
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Beitrag: Zeitumstellung auf Sommerzeit - Mit Dietrich Frank am Uhrwerk

Zeitumstellung auf Sommerzeit - Mit Dietrich Frank am Uhrwerk

Zeitumstellung auf Sommerzeit - Mit Dietrich Frank am Uhrwerk


Meißen, Sonnabend – 28. März. Kurz vor Mitternacht liegt die Stadt ruhig da. Kaum noch Schritte auf dem Pflaster. In der Frauenkirche brennt Licht. Und die Uhr tickt. Dietrich Frank arbeitet konzentriert am historischen Uhrwerk. Er ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der St. Afra Kirchgemeinde – und einer der wenigen, die die alten mechanischen Uhr-Anlagen wirklich verstehen. Zahnräder, Seile, Gewichte, Hemmungen: Für ihn kein Museum, sondern funktionierende Technik, die eigentlich ziemlich selten Aufmerksamkeit braucht. Heute ist alles verknüpft mit Läutecomputern und digitaler Technik. Gerade erst kommt er von der anderen Elbseite zurück. In der Johanneskirche hat er die Uhr bereits auf Sommerzeit vorgestellt. Jetzt steht die nächste Station an: die Frauenkirche. Auch hier: jeder Handgriff muss sitzen. Die Umstellung ist alles andere als ein einfacher Dreh an den Zeigern. Die Uhrwerke sind mit Schlagwerken und Westminster-Melodien gekoppelt. Würde man sie einfach verstellen, stimmen die Stunden-Schläge mit der Anzeige nicht mehr überein. Das bedeutet: ein Eingriffen ins laufende System, ohne es aus dem Takt zu bringen. Üblicherweise erfolgt die Umstellung erst um 2:00 Uhr nachts. In Meißen wird davon bewusst abgewichen. Aus mehreren Gründen. Dietrich Frank beginnt bereits kurz nach Mitternacht mit der Anpassung. Er arbeitet ruhig, fast routiniert. Jeder Schritt ist durchdacht, jede Bewegung sitzt. Für die meisten bleibt die Zeitumstellung ein Knopfdruck – hier ist sie noch echte Handarbeit. Für die Meißner, die in dieser Nacht noch wach waren, bot sich ein seltenes akustisches Erlebnis: Sämtliche Porzellan-Glocken-Melodien und Stundenschläge, die üblicherweise über eine Stunde hinweg erklingen, waren innerhalb von nur etwa 20 Minuten zu hören. Das Uhrwerk galt bei seiner Installation im Jahr 1925 als technisches Multitalent. Es beschränkte sich nicht allein auf die präzise Zeitanzeige.

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