Datum: 27.07.2009
Rubrik: Nachrichten

Getreideernte historisch

Mit dem Mähbinder nach Schleinitz


Seit vielen Jahrhunderten ist die Lommatzscher Pflege die Kornkammer Sachsens. Seit vielen Jahrhunderten leben auch die Menschen in Schleinitz von der extremen Fruchtbarkeit des Lößbodens. Die Arbeit auf den Feldern dreht sich seit Menschengedenken um die gleichen Pflanzen. Nur die Technologien haben sich verändert - vor allem in den letzten einhundert Jahren. Vorher rückten unzählige Erntehelfer mit Sichel oder Sense zur Gerteideernte aus, dann kam der industrielle Fortschritt.
Der Mähbinder wurde erfunden. Dieser Vorläufer des heutrigen Mähdreschers wird in Schleinitz noch ab und zu eingestzt. Die alten Technologien der Getreideernte sollen für die Nachwelt erlebbar bleiben.
Während sich das rasselnde Ungetüm in Bewegung setzt wird klar, weshalb sich die Pferde füher nur ungern vor den Binder spannen ließen. Bis weit nach dem 2. Weltkrieg wurde der Pferdebinder eingesetzt, oft von Traktoren gezogen. Die Aufgabe der Maschine ist es, die Getreidehalme abzumähen und zu handlichen Garben zu binden. Diese Garben legt der Binder vorsichtig in einer Reihe ab.
Fleißige Erntehelfer übernehmen dann das Aufstellen der garben zu so genannten Puppen.
Früher waren die Puppen oft Mannshoch, da die Getreidesorten längere Halme entwickelten. Schließlich wurde im Stall auch Stroh gebraucht. Heute versucht man kurze Halme zu züchten, da diese die großen Ähren stabiler tragen können. Beim Ertrag geht es in der modernen Landwirtschaft ausschließlich um die Masse der Körner.
Doch der Binder kommt zur Freude der Mitglieder des Schleinitzer Fördervereins auch mit kurzem Getreide bestens klar.
Das Einfahren geht am Besten mit dem Leiterwagen. Entscheident ist das Geschick des Packers. Wenn die Oberseite der Leitern erreicht ist, wird über die Spitzen hinaus gestapelt. Mit viel Erfahrung erreicht ein beladener Leiterwagen so gut seine doppelte Höhe und auch Breite. Die Getreideernte war körperlich schwer, früher als es noch keine Mähdrescher mit voll klimatisierten Kabinen gab.
Dass dies nicht in Vergessenheit gerät, dafür sorgen die Mitglieder des Schleinitzer Fördervereins.

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