Schornstein gesprengt
Der Abbruch der Schuhfabrik Meißen geht planmäßig voran.
Nur der Schornstein des betriebseigenen Heizwerkes kündet noch vom einstigen Vorzeigebetrieb der Herrenschuhproduktion der DDR. Die Schuhfabrik Meißen produzierte den eleganten Meißner Herrenschuh und lieferte unter anderem an Salamander. 1994 besiegelte eine Treuhandentscheidung das endgültige Ende der100jähre andauernden Tradition der industriellen Schuhherstellung in Meißen Zaschendorf. Teile des Betriebsgeländes werden nun abgerissen. Zwischenzeitlich trat der seltene Fall ein, dass sich niemand als Eigentümer des Areals verantwortlich fühlte. Dann nahm die Stadt das Heft des Handelns in die Hand, um Teile des inzwischen völlig heruntergekommenen Betriebsgelände für neue Investitionen vorzubereiten.
Noch sind die Abrissbagger der großenhainer Firma Bothur aktiv. 10.000 Kubikmeter Gebäudesubstanz werden abgebrochen. 3000 Quadratmeter Boden entsiegelt. Unter strengen Auflagen müssen asbesthaltige Dachbeläge entsorgt werden. Insgesamt wird das Vorhaben 180.000 Euro kosten. Aus dem städtischen Haushalt kommt ein Viertel, den Rest übernimmt die europäische Union.
Noch gibt es keinen Investor für das Stück zwischen Ziegelstraße und Bienenwirtschaft. Sollte dies so bleiben, wird nach abgeschlossenem Abbruch und Bodenentsiegelung vorerst angesät. Außerdem wird ein massiver Zaun errichtet.
Ein entscheidender Schritt im Rahmen der Abbrucharbeiten war die Sprengung des Industrieschornsteins am heutigen Nachmittag. Punkt 16.00 Uhr zündete der Sprengmeister die Ladungen und das 30 Meter hohe Wahrzeichen der Schuhfabrik Meißen zerbrach in seine Einzelteile.
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